Ein Gedicht namens „The Star“
Der englische Text erschien 1806 in London in Ann und Jane Taylors Rhymes for the Nursery. Der gedruckte Titel lautet „The Star“, nicht die heute als Liedtitel verwendete erste Zeile. Die Morgan Library bezeichnet ihr Exemplar als Erstausgabe und als ersten Druck dieser Worte.
Jane Taylor gilt als Einzelautorin, obwohl das ursprüngliche Buch beide Schwestern gemeinsam nannte und über dem Gedicht keine persönliche Signatur trug. Spätere Familien- und Bibliografienachweise ergänzen die Zuschreibung.
Fünf Strophen statt einer
Taylor schrieb fünf Strophen. Nach den bekannten vier Zeilen folgen Sonnenuntergang, ein Reisender, der dem Licht dankt, ein Stern am Vorhang und sein waches Auge bis zum Morgen.
Das Kind löst nicht, was der Stern ist. Staunen bleibt der Motor, doch das Licht hat praktische Bedeutung als Wegweiser. Die bekannte Strophe öffnet ein längeres Nachtgedicht.
Die französische Melodie war zuerst da
Die Musik hat als „Ah! vous dirai-je, Maman“ eine eigene Geschichte und ist spätestens 1761 in Frankreich gedruckt, rund 45 Jahre vor Taylor. Sie lebte instrumental und mit anderen Texten; wer englisches Gedicht und Melodie zuerst verband, ist in den konsultierten frühen Quellen nicht sicher.
„Traditionelle französische Melodie; Text Jane Taylor“ ist deshalb genauer als ein einzelner Urheber für das ganze Lied.
Was Mozart schrieb
Mozart komponierte 1781–82 in Wien zwölf Klaviervariationen über das vorhandene Thema, K. 265 / K. 300e. Er verwandelte Rhythmus, Textur, Register und Tongeschlecht; die Ausgangsmelodie erfand er nicht.
Der französische Druck von 1761 ist älter. „Mozart komponierte Twinkle“ verwechselt den Autor einer Variationenfolge mit dem Urheber des geliehenen Themas.
Am Anfang der Aufnahmegeschichte
Ein Edison-Sprechpuppen-Zylinder von 1888 enthält das Lied und gilt der Library of Congress als älteste erhaltene, für kommerziellen Verkauf geplante Aufnahme. Um 1890 nahm Emile Berliner es auf eine experimentelle flache Scheibe auf.
Ein kurzes, erkennbares Kinderlied wurde Prüfmaterial für klingende Spielzeuge und reproduzierbare Schallplatten.
Whisflos zwölf Takte
Die lokale Partitur steht in C-Dur, 4/4, bei 100 BPM, reicht von C4 bis A4 und nutzt C, D, E, F, G, A in 42 schieberfreien Anschlägen. Drei Viertakter bilden A–B–A; B wiederholt den Abstieg G–F–E–D.
Übe bei 60 BPM in Zweitaktern und halte jede Schluss-Halbe zwei Schläge. Takt 5–6 und 7–8 sind identisch und müssen gleich klingen. Steigere über 80 und 90 erst bei gleichmäßigen Wiederholungstönen auf 100 BPM.
Eine moderne Referenzpartitur bestätigt C-Dur, 4/4 und 100 BPM. Whisflo setzt ihre Flötenlinie C5–A5 für die Mundharmonika eine Oktave tiefer und nutzt Nylon-Gitarre für weicheren Ansatz; die Melodie bleibt unverändert.
Zuletzt geprüft: 10. August 2026
Quellen und Forschungsnachweis
- 01 Rhymes for the Nursery — First Edition The Morgan Library & Museum · 1806
- 02 Rhymes for the Nursery — Digitised Copy Internet Archive · 1806
- 03 The Star Representative Poetry Online, University of Toronto · 1806
- 04 Rhymes for the Nursery — 1854 Edition McKay Library Special Collections, Brigham Young University–Idaho · 1854
- 05 Musical Title Record: Ah vous dirai-je Maman Bibliothèque nationale de France
- 06 La Vielleuse habile by Jean-François Boüin Médiathèque de la Philharmonie de Paris · 1761
- 07 Mozart: Twelve Variations in C Major K. 265 — Preface Bärenreiter
- 08 KV 265 — Twelve Variations in C on “Ah vous dirai-je, Maman” International Mozarteum Foundation, Köchel Catalogue · 1782
- 09 Twelve Variations on “Ah vous dirai-je, Maman”, K. 265/300e International Music Score Library Project · 1782
- 10 Edison Talking Doll Cylinder — Registry Essay Library of Congress · 1888
- 11 The Lord’s Prayer / Twinkle Twinkle Little Star — Registry Essay Library of Congress · 1890
- 12 Twinkle, Twinkle, Little Star — Ferdinand Dulcken Score Library of Congress · 1879
- 13 Twinkle Twinkle Little Star — Traditional Flute Score FluteTunes