Ein alter Titel ist nicht automatisch dieselbe Melodie
Die National Library of Scotland datiert das Skene Manuscript ungefähr auf 1615–1635. Dauneys Katalog nennt darin Kette Bairdie; Sir William Mures Rowallan-Lautenbuch enthält Katherine Bairdie. Die Namen sind also tatsächlich früh belegt.
Harry Willsher fand zwischen Rowallan- und Skene-Melodie jedoch nur eine schwache Ähnlichkeit in den Anfangstakten. Der bekannte Kinderreim lasse sich nicht überzeugend zur Rowallan-Weise singen. Auch der Traditional Ballad Index warnt, dass die frühen Titel ohne den späteren Text überliefert sind.
Tierverse, Tanz und Dudelsackfamilie
Der Index nennt 1824 als frühesten verwandten Text unter Dolly Beardie. Chambers druckte 1870 die erkennbare schottische Tierstrophenform, Ford 1904 eine weitere Sammlung. Namen, Schreibweisen und Tiere wechseln — typisch für mündliche Kinderkultur.
Die spätere Melodie lebt außerdem als Schottisch und im Sherramuir-Umfeld. Forschung des Royal Conservatoire of Scotland erkennt ihre Kontur in der gälischen Dudelsackweise Gabhaidh sinn a’ rathad mòr, wenn Pibroch-Verzierungen entfernt werden. Scottish Book Trust verwendet das Lied heute als Scots-Tier- und Bewegungslied für Kinder bis fünf Jahre.
Clarke-Lehrweg und lokale Fassung
Bill Ochs platziert Katie Bairdie in seinem Clarke-Kurs nach punktierten Achteln und vor 6/8. Die benachbarte Titelreihenfolge macht diesen Weg für die frühere Kurzfassung wahrscheinlich; Ochs’ Noten sind im Katalog aber nicht sichtbar.
Die Revision transponiert nun beide Teile einer öffentlichen Schottisch-Transkription vollständig von D nach C, bewahrt die gebrochen punktierten Rhythmen und schreibt beide Wiederholungen aus.
Die vollständigen sechzehn Takte
Whisflo steht in C-Dur, 4/4, bei 104 BPM, Umfang C4–F5. Verwendet werden C, D, E, F, G und B, ohne Vorzeichen und ohne Schieber. Nylon-Gitarre und mittleres Tempo halten den punktierten Tanzrhythmus klar und weich.
Die Form ist A–A–B–B. A bewahrt die punktierten G–F- und E–F-Figuren und endet D–C; B steigt bis F5, enthält das einzige B und kehrt zum gleichen Schluss zurück.
A hat je 25 Anstöße, B je 27; mit ausgeschriebenen Wiederholungen sind es 104.
Rhythmus zuerst
Beginne bei 64 BPM. Jede punktierte Achtel plus Sechzehntel braucht das genaue Verhältnis 3:1; zwei gleiche Achtel würden den Schottisch-Schwung beseitigen. Übe G–G–F–E–F–G und die Antwort D–E–F–E–D–E–F parallel.
Übe vor B die Wechsel G4–D5 und C5–F5. Das B4 erscheint nur im zweiten Takt jedes B-Teils und braucht keinen Schieber. Steigere über 64, 76, 88 und 96 auf 104 BPM.
Das erste A lädt ein, das zweite antwortet; B öffnet den Tonraum nach oben und schließt bei seiner Wiederholung ruhiger. Genau diese Mischung aus Wiedererkennen und Veränderung prägt auch die Geschichte des Liedes.
Zuletzt geprüft am 10. August 2026
Quellen und weiterführende Literatur
- 01 Skene Manuscript — archive catalogue, Adv.MS.5.2.15 National Library of Scotland
- 02 Ancient Scotish Melodies from a Manuscript of the Reign of King James VI William Dauney / National Library of Scotland · 1838
- 03 Skene’s 1838 Tunebook — “Kette Bairdie” Vaughan Williams Memorial Library / EFDSS · 1838
- 04 The Poems of Sir William Mure of Rowallan — introduction to the lute book Scottish Text Society / National Library of Scotland
- 05 Popular Rhymes of Scotland — “Katie Beardie” Robert Chambers / public-domain archive · 1870
- 06 Children’s Rhymes, Children’s Games, Children’s Songs, Children’s Stories Robert Ford / Project Gutenberg · 1904
- 07 The Rowallan and Skene manuscripts — comparative tune notes University of St Andrews Research Repository · 1945
- 08 Katie Bairdie — Traditional Ballad Index entry Traditional Ballad Index / Mudcat mirror
- 09 Notes on the Piping Tunes, Pibroch and Pibroch Songs Royal Conservatoire of Scotland · 2025
- 10 Katie Bairdie — song, actions, language and age guidance Scottish Book Trust
- 11 The Clarke Tin Whistle since 1843 / Bill Ochs — book catalogue Irish Traditional Music Archive · 2005
- 12 Katie Bairdie — modern schottische transcription ABC Tune Finder / John Chambers collection